„Von wem, wie und wo werden wir künftig in Ostermünchen, Tuntenhausen und Umgebung künftig versorgt?“, das war die zentrale Frage beim Februar-Stammtisch von KOMMA Tuntenhausen (Kommunalpolitischer Arbeitskreis) im Landgasthof zu Post in Ostermünchen. Informationen erhielten die Gäste von Bürgermeister Georg Weigl, den Gemeinderäten Herbert Prechtl (SPD) und Hans Stürzer (CSU) und der künftigen Betreiberin des neuen Edeka Marktes in Tuntenhausen, Irmgard Zäuner. „Nachdem in den letzten Monaten die Gerüchte aus zweiter Hand wie Schwammerl aus dem Boden geschossen sind, wollten wir uns unmittelbar bei den Betroffenen informieren und mit ihnen reden, statt nur über sie“, begrüßte der Organisator Martin John die rund ein Dutzend Gäste. Die erfuhren von Irmgard Zäuner aus erster Hand, warum sie ihre Standortsuche schlussendlich nach Tuntenhausen geführt hatte. Dass die räumlichen Zustände des alten Marktes untragbar waren, war für alle nachvollziehbar. Mehrere favorisierte Flächen in Ostermünchen waren wegen der hohen Grundstückspreise und Erschließungskosten nicht in Frage gekommen. Am Ende war nur der Standort Tuntenhausen als einzige realisierbare Möglichkeit geblieben. Anhand diverser Pläne beschrieb Irmgard Zäuner den neuen Markt von Anlieferung bis zum Flaschenpfand, vom Gemüse bis zum Weinregal. Der virtuelle Rundgang umfasste auch die Zufahrts- und Zugangsbereiche. Der neue Markt verfügt über eine doppelt so große Fläche und über 90 Parkplätze. Mit den neuen Öffnungszeiten passt sich die Betreiberin den umliegenden Märkten an: Edeka Tuntenhausen wird montags bis samstags von 07:00 Uhr – 20:00 Uhr geöffnet haben, für die Sonntage ist geplant, vormittags den Backshop von 08:00 Uhr bis 11:00 Uhr zu öffnen. Die Eröffnung des Supermarktes Tuntenhausen ist für Juni 2017 geplant, ab dann wird auch ein bedarfsorientierten Pendelservice eingerichtet. Als für alle Seiten nützlich erwies sich der KOMMA-Stammtisch, beim Thema Vermarktung regionaler Produkte. Unter anderem konnte Gemeinderat Hans Stürzer (CSU) hier einen regionalen Anbieter vermitteln. Fraglich ist indes, ob in Ostermünchen unterhalb der Kirche nicht doch noch eine Konkurrenz in Form eines weiteren Marktes (im Gespräch ist zumeist Penny) verwirklicht wird. Der Gemeinderat hatte dazu in der letzten Sitzung mehrheitlich dem Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans stattgegeben. Der Investor, Schiller Immobilien aus Ingolstadt, sucht nun Interessenten für diesen Standort. Ob sich hier jemand findet, ist ungewiss. Der Standort innerhalb des Ortes wäre im Sinne des Landesentwicklungsplanes, da er nicht irgendwo abseits in einem Gewerbegebiet ist, erläuterte Bürgermeister Georg Weigl. Einige Gäste, unter ihnen Gemeinderat Herbert Prechtl (SPD), hielten den Standort hingegen für denkbar schlecht, da hierdurch das gesamte Ortsbild beeinträchtigt werde. Hier kam die Frage auf, warum nicht endlich ein Dorfentwicklungsplan erstellt werde, in den solche Gestaltungen einfließen können. Auch wenn keine Einigkeit über die Notwendigkeit eines weiteren Marktes in Ostermünchen herrschte, wollen doch alle dem neuen Tuntenhausener Edeka Markt die besten Chancen geben. Übergangslos wurde noch über weitere Themen diskutiert, die den Bürgern unter den Nägel brennen. Warum wurde der Fuß- und Raddurchgang bei der Schranke am Ostermünchner Bahnhof durch Pflanztröge versperrt, so dass auch Kinder zum Teil auf die Hauptstraße ausweichen müssen? Wie verhält es sich mit den Kfz-Halteplätzen vor der Fritz-Schäffer-Schule? Auch in Sachen Mobilität kamen Erfahrungen und Ideen mit Bürgertaxi und den sogenannten „Mitfahrbankerl“ auf den (Stamm)Tisch.Zuletzt entspann sich noch eine Diskussion über betreutes Wohnen, Tagespflege und Mehrgenerationenhäuser in der Gemeinde. Hier wurde auf den nächsten Themen-Stammtisch am 10. Mai zum Thema „Bauen und Baurecht“ hingewiesen.

Die nächsten KOMMA-Stammtische finden am 8. März, 19:30 Uhr, Landgasthof zur Post in Ostermünchen statt. Im April verzichtet KOMMA zugunsten der Bürgerversammlung am 5. April auf den Stammtisch.

Martin John

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