Anfang April weihte Kardinal Reinhard Marx die Schönauer Kirche mit Ambo und Altar und feierte mit Geistlichkeit, Kirchenverwaltung, Ehrengästen, Vereinen und Bürgern die heilige Messe.

Schon eine gute Stunde vor Ankunft des Kardinals wuselte es bereits auf dem Schönauer Dorfplatz vor der Kirch’. Kinder mit Blumen , Trachtenverein, Feuerwehr, Veteranen und Burschen stellten sich mit Ihren Fahnen auf, die Geistlichkeit, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, Prinz Lobkowicz, MdL Otto Lederer, Bürgermeister Georg Weigl, Altbürgermeister Josef Haas, Gemeinderäte, Vorstände der örtlichen Vereine, Menschen aus dem Dorf und der gesamten Gemeinde Tuntenhausen warteten auf den Erzbischof, der auch super pünktlich in Schönau ankam. Nach dem feierlichen Einzug in die Kirche und dem Wortgottesdienst segnete der Kardinal den neuen Ambo. Nach der Predigt folgte das feierliche Ritual der Altarweihe, die nur durch einen Bischof erfolgen kann. Als erstes wurden Reliquien der Heiligen Clelia Barbieri und des Seligen Otto von Freising in einer Öffnung unter dem Altar beigesetzt und die Öffnung verschlossen.

Wer waren die heiligen Menschen – von deren Gebeine jetzt Stücke unter dem Schönauer Altar ruhen?

Die Heilige Clelia Barbieri

Clelia Barbieris Vater starb, als sie acht Jahre alt war, danach wuchs sie in bitterer Armut auf und konnte ihre Volksschulausbildung nicht beenden. Die gute Erziehung ihrer Mutter, die vornehmer Abstammung war, glich die mangelnde Bildung aus. Früh verschrieb Clelia ihr Leben dem Gebet, daneben lehrte sie den Kindern der Pfarrei den Katechismus. 1868 begann sie mit drei Gefährtinnen ein gemeinsames Leben in einem kleinen Haus in der Nähe der Pfarrkirche – der Beginn der “Kongregation der kleinen Schwestern der Schmerzensmutter” mit der Aufgabe der Unterweisung von Kindern armer Eltern und der Fürsorge für Arme und Kranke. Gut zwei Jahre später starb sie, ausgezehrt von Tuberkulose, nachdem sie die Gnade der Stigmatisierung als höchsten Grad der mystischen Erfahrung erlebte.

Seliger Otto von Freising

Otto von Freising, auch Otto I. von Österreich, geboren um 1112 vermutlich in Klosterneuburg bei Wien war seit 1138 Bischof von Freising und einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters. Er starb am 22. September 1158 im Zisterzienserkloster Morimond in Frankreich.

Weihe des Altars

Nach der Beisetzung der Reliquien besprengte der Kardinal den neuen Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit heiligem Chrisam-Öl, dann wurden fünf Weihekreuze auf den Altar gelegt. Auf diese fünf Weihekreuze wurden dann Wachsdochte gelegt, die mit Weihrauchkörnern überschüttet und mit dem Licht der Osterkerze entzündet wurden, die fünf brennenden Kreuze symbolisieren die fünf Wundmale des Gekreuzigten. Der Erzbischof sprach das Weihegebet über den Altar. Für Diakon Josef Hilger, der in Schönau als stellvertretender Vorstand der Kirchenstiftung Schönau/Beyharting die Umbauarbeiten leitete, war es die dritte Altarweihe, die er erleben durfte. 2005 war er in Beyharting dabei, als Kardinal Wetter den Steinaltar in der Beyhartinger Kirche weihte, in Hohenthann war es dann ein Holzaltar, den Weihbischof Bischof weihte und jetzt in Schönau weihte Kardinal Marx einen neuen Messingaltar. Nachdem der Weihrauch verbrannt war, wurden die Flammen gelöscht, der Altar mit Holzspachteln und Tüchern gereinigt und für die Eucharistiefeier mit Altartuch, Kreuz, Kerzen und Blumen geschmückt. Dann wurden die Lichter am Altar, im Altarraum und die 12 Apostelleuchter in der Kirche entzündet. Nach der Messe begab sich der Kardinal mit Geistlichkeit zum Pfarrhof, um sich umzukleiden. Anschließend zog ein Festzug, voran die Schönauer Musi und die Vereine mit Fahnen mit Geistlichkeit, Ehrengästen und Bürgern zum Wirt.

Hohe Ehre für die Schönauer Burschen

Mutig haben die Burschen Kardinal Marx nach dem Mittagessen beim Schönauer Wirt einfach gefragt, ob er denn Mitglied werden möchte beim Schönauer Burschenverein. Den Mitgliedsantrag drückten sie ihm gleich in die Hand. Ein bisschen überrascht stutzte der Erzbischof erstmal, dann klang laut und vernehmlich sein „Ja“ durch den Saal, gefolgt von lautem Applaus der Gäste. Der Kardinal hat dann auch gleich seinen Sekretär mit der Abwicklung der Formalitäten beauftragt, damit die Mitgliedschaft rechtskräftig wird.

Kardinal in der Küche

„Guat hat’s g’schmeckt, Herr Wirt!“ Kardinal Reinhard Marx dankte Sepp Feichtner, dem Schönauer Wirt und seinem Team in der Küche des Landgasthofes für den leckeren Schweinsbraten mit Knödel.

Text: Susann Niedermaier

Foto Robert Kiderle

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