Musik, Bewegung und viele, viele Kinder prägten das Leben von Irene Katzmeier in den vergangenen 25 Jahren. Mit Ende dieses Kindergartenjahres geht die siebzigjährige Leiterin des Hohenthanner Kindergartens in den wohlverdienten Ruhestand.

Sie liebte die abwechslungsreiche Tätigkeit im Kindergarten, auch wenn sie als Leiterin wesentlich mehr Stunden dort verbrachte, als die reguläre Arbeitszeit ihr vorschrieb.  „Weil die Arbeit so vielfältig und so lebendig war, habe ich es solange ausgehalten“, sagt Irene Katzlmeier und strahl übers ganze Gesicht.

Fällt es ihr schwer aufzuhören? Das Nein kommt schnell und klar. „Es steckt zwar mein ganzes Herzblut in der Einrichtung, die ich seit 25 Jahren leite, ich kann jetzt aber gut loslassen, weil alles in guten Händen ist“ betont sie und dazu lächelt sie völlig entspannt.

Personal Engpass

Noch vor 5 Jahren sah es anders aus, da war für sie an ein Ende der Berufstätigkeit noch auf keinen Fall zu denken. Offiziell hätte sie ihre Rente zwar schon mit dem 65. Lebensjahr beantragen können, doch zum einen war sie noch viel zu fit fürs Aufhören, zum anderen gab es keine Nachfolgerin. Der Staat hatte den Gemeinden aufgetragen, neue Kindergarten- und Krippenplätze zu schaffen, es gab mehr Stellen als Kindergärtnerinnen, so  fand sich damals auch für Hohenthann keine neue Kindergartenleitung. „Auch unter den Kindergärtnerinnen des Hohenthanner Kindergarten wollte niemand in die Führungsposition  “, erklärt die Kindergartenleiterin. Erst als Angela Hummel, die ehemalige Leiterin der Krippengruppe „Krabbelmäuse“, sich nach ihrer Elternzeit bei der Gemeindeverwaltung Tuntenhausen bewarb (wir berichteten), veränderte sich die Situation. Seit November 2016 teilt sich Irene Katzlmeier die Stelle mit Angela Hummel, die mit Beginn des neuen Kindergartenjahres die komplette Leitung des Kinderhauses Hohenthann übernehmen wird.

Erster Gemeindekindergarten

Irene Katzmeier stammt aus München, absolvierte dort an der Fachhochschule für Pädagogik die Ausbildung für Erzieher, lebte und arbeitete in der Landeshauptstadt viele Jahre. Als ihr Mann nach Hohenthann, und später nach Ostermünchen als Lehrer beordert wurde, zog die Familie zusammen mit den beiden Kindern nach Hohenthann. Zunächst widmete sich Irene Katzmeier ihren Kindern und der Familie, nebenbei  gründete sie bereits eine Kunstwerkstatt in der alten Backstube des Lebensmittelgeschäftes von Tini Lurz und ein Kinderforum mit Vorschule in den Räumen der Schule. Als sie eines Tages an der Stelle vorbeiradelte, an der heute das Kinderhaus steht, war dort ein riesiges Loch, das von Baggern weiter ausgeschaufelt wurde. Sie rief bei der Gemeinde an und erfuhr, dass ein Kindergarten gebaut wurde. Offen war die Frage, wer Träger des damals neuen Kindergartens werden würde. Daher bewarb sie sich sowohl bei der Kirche, bei Diakon Weppelmann  und zugleich beim damaligen Bürgermeister Josef Haas. Nachdem die Entscheidung für den ersten gemeindlichen Kindergarten gefallen war, übertrug Josef Haas Irene Katzlmeier die Leitung. Zwei der vier Mitarbeiterinnen, die mit Irene Katzmeier begannen, sind heute noch im Kindergarten: Doris Jachmiz und Anita Winter.

Musik und Bewegung

Als kreativer, musikalischer Mensch – Irene Katzmeier singt, spielt Klavier, Flöte und Gitarre- und mit viel Spaß und Freude am Sport brachte sie Musik und Bewegung in das Konzept des Kindergartens ein. Zudem öffnete sie den Kindergarten für moderne pädagogische Ansätze. Die Hohenthanner Einrichtung führte sie von Beginn an als offenes Haus für Kinder, Eltern, Musiker und andere Künstler. Als einziger Kindergarten im ganzen Landkreis Rosenheim war der Hohenthanner Gemeindekindergarten bereits damals ein Bewegungskindergarten mit offenen Räumen und Spielecken, die Kinder konnten selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten wollten. Irene Katzmeier führte mit ihren Kolleginnen eine Malwerkstatt ein mit der Möglichkeit, großflächige Bilder an der Staffelei oder auch am Boden zu malen. Still sitzen wie in der Schule, gab es im Hohenthanner Kindergarten nicht. Das alles war für Tuntenhausen ein Novum und das führte anfänglich auch zu Irritationen bei der Bevölkerung, doch nach und nach gewöhnte man sich daran.

Tennis und Turnen

Weil sie selbst aus dem Leistungssport Kunstturnen kommt, war ihr der positive Effekt von Bewegung gut vertraut. So führte sie in Kooperation mit dem TSV Hohenthann-Beyharting das Kindergarten-Tennis und das Kindergarten-Turnen in der Schönauer Mehrzweckhalle ein. Weil das Konzept gut ankam, fahren die Eltern ihre Kinder auch heute noch einmal pro Woche zur Mehrzweckhalle, dort turnen die Kleinen zwei Stunden, danach werden sie mit dem Bus zum Kindergarten gefahren. „Das ist zwar ein Aufwand, hat sich aber gut bewährt“, versichert Irene Katzmeier. Auch im TSV war sie aktiv, sie gab Skikurse für die Zwergerl und leitete eine Skigymnastik für Frauen.

Musik und Gefühle

Musikalität steckt  in jedem Menschen. Je früher ein Kind mit Musik in Berührung kommt, desto intensiver kann sich die positive Wirkung entfalten. Irene Katzlmeier entwickelte zusammen mit einer Cellistin und einem Percussionisten ein Musikprojekt, das Bewegung und Musik kombiniert. Die Musikerin und der Schlagzeuger kommen dazu regelmäßig in den Kindergarten, spielen auf ihrem Instrument zu den Bewegungen der Kinder oder improvisieren während Geschichten vorgelesen werden. „Kinder, die sich früh mit Musik beschäftigen, bekommen nicht nur einen intensiveren Bezug zur Musik, sie lernen auch, ihre Gefühle besser ausdrücken“, sagt Irene Katzmeier. Sie selbst gab 30 Jahre lang in ihrer Freizeit Flötenunterricht für Schulkinder und unterrichtete das Holzblasinstrument auch im Kindergarten auf freiwilliger Basis. Das möchte sie auch im Ruhestand beibehalten, weil ihr gerade die musikalische Arbeit mit Kindern so am Herzen liegt. Dem Team des Hohenthanner Kinderhauses dankt sie ganz herzlich für die zuverlässige und stets motivierte Arbeit.

Auch in ihrer Freizeit und im Urlaub bewegte sich Irene Katzmeier weiter, die geliebten Kultur- und Individualreisen unternahm sie zusammen mit ihrem Mann Werner. Der Weg führte die Beiden unter anderem nach Südamerika, Tibet und Laos, die Länder erkundeten sie teils zu Fuß. Ihr Leben überschreibt sie dankbar mit dem Satz: „Sehr viel Glück g’habt“.

Susann Niedermaier

 

Stimmen zum Abschied von Irene Katzlmeier

Nach fast 25 Jahren geht unsere Kindergartenleiterin, Irene Katzlmaier, in den mehr als wohlverdienten Ruhestand. Mit Ihr verlässt uns eine sehr geschätzte Kollegin, die aufgrund Ihrer Persönlichkeit den Kindergarten Hohenthann geprägt hat. Wir wünschen Ihr viel Spaß bei Ihren vielen sportlichen Hobbys und vor allem Gesundheit.

Georg Weigl, 1. Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen

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Hallo liebe Irene,

ich war das erste Integrationskind im Hohenthann er Kindergarten und hab‘ mich 3 Jahre lang sau-wohl und gut aufgehoben gefühlt.

DANKE FÜR DIE TOLLE ZEIT

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