Mit dem Festgottesdienst zur Herbstwallfahrt musste der Katholische Männerverein Tuntenhausen Ende September (am Tag der Bundestagswahl) in den Saal des Gasthauses Schmid Tuntenhausen ausweichen. Normalerweise feiert der Verein die Messe in der Basilika. Solange die Renovierung der Wallfahrtskirche andauert, wird der Verein wohl auch für die kommenden Frühjahrs- und Herbstwallfahrten in 2018 Gottesdienst im Wirtshaus feiern.

Pfarrer Amit Sinha Roy und Diakon Josef Hilger zelebrierten die Messe gemeinsam im großen Saal des Gasthauses. Der Tuntenhausener Kirchenchor, die Schönauer Musi und Organist Andi Weigl (Keaboard) umrahmten wunderschön und feierlich den Festgottesdienst.

„Kulinarische und geistige Speisen braucht jeder Mensch“, sagte Pfarrer Sinha Roy zu Beginn seiner Predigt, er bezog sich auf ein Schild vor der Wirtschaft, auf dem geschrieben steht: Wirtshaus und Kirche gehören zusammen. Der gegenwärtigen politischen Diskussion um Inhalte, Grenzen und Auswirkung von Toleranz zeigte Sinha Roy sich skeptisch gegenüber und mahnte: „Wenn es so weitergeht, tolerieren wir uns selbst weg“. Er rief dazu auf, sich in der Begegnung mit anderen Religionen zuerst auf die eigenen christlichen Wurzeln zu besinnen. „Wenn ich tolerant sein will, auch anderen Religionen gegenüber, muss ich wissen, wo komme ich her, und auf welchem Fundament stehe ich.“ Zugleich betonte Sinha Roy aber auch, dass es nicht darum gehe, andere Religionen auszugrenzen. „Wenn das Fundament stimmt, wenn wir wissen, wer wir sind, dann brauchen wir keine Angst davor zu haben, wenn von außen die Frage nach Toleranz kommt.“

Die Fürbitten las Landtagsabgeordneter und zweiter Vorsitzender des Katholischen Männervereines Otto Lederer. Darin bat der Politiker unter anderem auch um Gottes Segen „für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, dass Sie Ihre Kräfte einsetzen, um die Armen und zu kurz gekommenen zu unterstützen.“

Nach dem Gottesdienst begrüßte der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Bayerischer Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben und erster Vorsitzender des Vereines, Dr. Marcel Huber, Mitglieder und Gäste. Huber dankte Pfarrer Sinha Roy, dass dieser sich einverstanden erklärt hatte, im Wirtshaus den Gottesdienst zu zelebrieren. „Das ist Pfarrer Sinha Roy schon besonders schwer gefallen, aber er ist über seinen Schatten gesprungen.“ Der Minister wies darauf hin, dass an Wahltagen keine Wahlveranstaltungen abgehalten werden dürften und somit die übliche politische Rede ausfallen müsse. Bei der Suche nach einem „nichtpolitischen Redner“ sei die Idee entstanden, Dr. Erich Prinz von Lobkowicz als Festredner einzuladen. Prinz Lobkowicz referierte über das Thema: Eigentum – Sozialpflicht- Ehrenamt.

Landtagsabgeordneter Otto Lederer dankte der Geistlichkeit, der Mesnerin und den Ministranten, dem Kirchenchor und der Schönauer Musi für die festliche Gestaltung des Gottesdienstes. Zudem dankte er dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Staatsminister Huber, für dessen katholische Einstellung. Abschließend sangen alle Anwesenden zusammen die Bayernhymne. (sn)

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