Die Braunau

8. Februar 2018


Die Braunau (Gesamtlänge 10 Kilometer) fließt 8,8 Kilometern durch das Gemeindegebiet Tuntenhausen und ist ein gemeindliches Gewässer. Sie entspringt unterhalb von Berganger (Gemeinde Baiern) und mündet südlich von Beyharting in die Glonn. Im Rahmen des Dorfwettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden“ renaturierte die Gemeinde Tuntenhausen 2014 ein Teilstück (gesamt 600 Meter) unterhalb des Ortsteiles Schönau, Blickrichtung nach Wall, links der Brücke.

„Die Maßnahme diente dem ökologischem Gewässerausbau nach der  Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zur Verbesserung der Wasserqualität, die WRRL gibt vor, was man machen muss“, informierte Bürgermeister Weigl die Freie Gemeindezeitung. Die Gesamtkosten der Maßnahme (incl. Grunderwerb) beliefen sich auf 153.000 Euro, die Gemeinde erhielt für diese Maßnahme vom  Freistaat Bayern einen Zuschuss in Höhe von 115.000 Euro.

Bessere Wasserqualität

„Bei Renaturierungen von begradigten Flussläufen  wird versucht, das ursprüngliche Flussbett und Ufer widerherzustellen, das ist bei der Maßnahme an der Braunau unterhalb Schönaus gut gelungen“, klärt weiter Weigl auf. Durch eingelagerte große Steine, Totholz, Wurzelstöcke, Erdwälle (für Eidechsen) und Meander konnte die Strömungsgeschwindigkeit verlangsamt werden. Das schafft für bestimmte Kleintiere und Pflanzenarten die Grundvoraussetzungen, sich wieder an der Braunau anzusiedeln. Ist das ebenfalls gelungen? „Im Juli 2015 konnte vom WWA Rosenheim im Rahmen eines Wassertages mit den 4. Klassen der Grundschulen bereits eine Verbesserung der Wasserqualität und eine Vermehrung der notwendigen Kleinstlebewesen nachgewiesen werden. Auch die Fischereiberichtigten konnten eine deutliche Vermehrung des Fischbesatzes feststellen“, sagt Weigl dazu. Nebeneffekt dieser Maßnahme ist bei/nach Starkregenfällen eine geringere Hochwassergefahr; zum einen durch die verlangsamte Strömungsgeschwindigkeit– zum anderen wurde an der Braunau ein Rückhaltebereich geschaffen, in dem sich Wasser sammeln kann.

Joggen und Lagerfeuer

Zudem ist als angenehmer Nebeneffekt der Renaturierung an der Braunau ein schönes Erholungsgebiet entstanden. Ein Weg, der Spaziergängern und Joggern zur Bewegung dient wird zu jeder Jahreszeit gut genutzt. Kleine Bänke laden ein, sich auszuruhen, dem Murmeln des Baches, Insekten oder einfach der Stille zuzuhören und schenken einen wunderbaren Blick auf Schönau. Eine Bank mit eigener Stelle, an der ein Lagerfeuer entzündet werden kann (ist offiziell erlaubt), macht  den Braunau Rundweg auch für Jugendliche attraktiv. Der Weg führt über eine Brücke zurück nach Schönau. Rechts der Brücke, Blickrichtung Schönau öffnet sich dem Betrachter die renaturierte Welt des Baches. Links der Brücke ist alles noch beim Alten, hier fließt die Braunau noch im alten, begradigten Bett.

Der Unterschied

Gerade nach starken Regenfällen lässt sich am Beispiel Braunau – zwischen links und rechts der Brücke – ein gewaltiger Unterschied bemerken. Rechts hüpfen, springen, strömen die Wassermassen schäumend über die natürlichen Hindernisse wie die große Steine, die dem Bach in den Weg gelegt wurden, nehmen Sauerstoff auf – die Bachufer zeigen sich kraftvoll und widerstandsfähig. Links, von Biberg kommend, schwillt der Bach im begradigten Bett schwer, düster und schnell daher, quillt in die Ufer. Die wirken hier matschig und matt und übergeben hilflos die Wassermengen den angrenzenden Wiesen.

Wie geht’s weiter?

Warum wurde nur der eine Teil umgestaltet, fragt die Freie Gemeindezeitung Bürgermeister Weigl. „Weil wir hier noch keine Grundstücke dem Bach entlang zur Verfügung haben“. Das Gemeindeoberhaupt versichert, dass sich die Verwaltung bereits mit dem Teilstück der Braunau Richtung Biberg beschäftigt, auch Grundstücksverhandlungen würden derzeit geführt. „Wir sind im Gespräch mit den Eigentümern.“ Geld im Haushalt der Gemeinde wurde noch nicht dafür zurückgestellt, sagt Weigl, es gibt auch noch keine Berechnungen der Kosten. Doch das Thema bleibt spannend für Bürgermeister und Verwaltung, denn der Freistaat verspricht Zuschüsse von 70 Prozent. Einige Zeit wird die Braunau noch im engen Bett fließen müssen, denn bis die Zuschüsse beantragt werden können, wird noch Zeit vergehen. Wieviel, weiß der Bürgermeister noch.

Susann Niedermaier

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