Nach bayerischem Brauch ist es üblich, dass zur der Geburt des Stammhalters den Eltern von Freunden, Verwandten, Nachbarn oder Vereinen als Geschenk ein zum Zopf geflochtenes Weißbrot aus Weizenmehl übergeben wird. So einen „Weisertwecken“ ließen die Freiwillige Feuerwehr Schönau und der Schönauer Trachtenverein anlässlich des erstgeborenen Buben, Johannes Benedikt, für Monika und Hans Englhart anfertigen. Anfang Juni war um die Mittagszeit ganz Schönau auf den Beinen, um beim Transport des Weiserweckens und dem wichtigen Vorgang des „Vermessens“ dabei zu sein. Punkt halb Eins hoben die Schönauer Floriansjünger und Trachtler ihre weißroten Stangen, der alte Bulldog setzte sich in Bewegung, die Schönauer Musi spielte den ersten Marsch. Feuerwehrmänner und Trachtler hatten viel Spaß beim Weg vermessen. Weil das so anstrengend ist und ganz viel Durst macht, fuhr mit dem Wecken auch ein Tragerl Bier mit, das gehört dazu. Die Wegvermesser machten ihre Sache gut und brachten den Wecken nach einigen Umwegen auch durch kleine Gasserl unversehrt „beim Kramer“ in Schönau an. Der Wecken wurde dann auf den Balkon der Englharts gehoben, kurz ins Haus geschoben. Monika und Johannes schnitten ihn an, dann trafen sich alle noch zum Feiern im Innenhof der Kramers. (sn)

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