Gedanken eines einheimischen Landwirtes zum Volksbegehren Artenschutz:

“Als Bürger der Gemeinde Tuntenhausen, als Landwirt und auch als Verbraucher wurde ich in der letzten Zeit täglich auf das Volksbegehren angesprochen. Die mediale Aufmerksamkeit hat alle Dämme gesprengt. Doch bei genauerer Betrachtung sind keine wirklichen Lösungsvorschläge sondern nur – von wenig Fachwissen auf beiden Seiten – geprägte Anschuldigungen zu sehen. Einen Lösungsvorschlag würde ich gerne zur Diskussion stellen:

Wir bilden in jeder Ortschaft einen ehrenamtlichen Rat, der in der Gemeinde Möglichkeiten auslotet den Artenschutz zu fördern. Dazu wird eine (freiwillige?) Umlage von jedem Gemeindebürger erhoben. Zusätzlich werden noch Spenden von ansässigen Firmen gesammelt, um bedürftige Bürger zu entlasten.

Nehmen wir mal 10 Euro pro Monat (im ersten Anschubjahr, später nach den tatsächlichen Kosten) das ergibt also ca. 70.000 Euro pro Monat, die die gewählten Ortsräte zur Verfügung hätten. Damit fördert der Rat Projekte jeglicher Art die dem Artenschutz zu Gute kommen. Dazu müsste man eine Bestandsaufnahme machen. Je nach Möglichkeit kann man Blühwiesen anlegen, verrohrte Grenzgräben wieder öffnen, Bäume und Sträucher pflanzen…..

Mit den Eigentümern der Fläche werden privatwirtschaftliche Verträge gemacht. Darin werden die Laufzeit, die Maßnahme und eine eventuelle Entschädigung geregelt. So werden individuelle Lösungen gefunden, die den Belangen aller Bürger gerecht werden könnten.

Wichtig ist auch den Verlust von Fläche an Verkehr und Siedlungsfläche zu bremsen. Radwege müssen nicht zwangsläufig geteert sein, nur weil es sonst keine staatliche Förderung gibt. Laut Statistik von 2000 bis 2010 sind in der Gemeinde Tuntenhausen jedes Jahr 33 Fußballfelder verbaut worden!

Der Vorteil in meinen Augen wäre die unmittelbare Nähe von Bürger zum geschützten Objekt. Das wäre nicht so anonym wie andere Förderungen z. B. das Kulap-Programm (siehe Infokasten). Die Last des Artenschutzes würde auf viele Schultern verteilt.

Jeder Bürger könnte was tun, ob er im dritten Stock wohnt ohne Garten oder als Landwirt große Flächen bewirtschaftet. Den größten Vorteil sehe ich aber im direkten Kontakt zwischen Verbraucher und den Bewirtschaftern der Flächen, egal ob Landwirt oder Sportplatzbetreiber. Da könnten wir wieder miteinander, statt übereinander reden. Vor allem das wünscht sich:

Michael Lechner, Landwirt aus der Gemeinde Tuntenhausen”

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